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Augenzugangshinweise |
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Die Beschäftigung mit dem Erkennen von Augenbewegungsmustern ist im Gegensatz zu anderen nonverbalen Zugangshinweisen, die sich auch in anderen Kommunikationsansätzen finden lassen, eine orginäre Neuentdeckung von Bandler und Grinder.
Diese haben bei Untersuchungen festgestellt, dass Personen jeweils typische Augenstellungen zeigten, wenn ihr Denken sich in einem bestimmten Sinnessystem (Repräsentationssystem) bewegte.
Inzwischen ist algemein anerkannt, dass zwischen den Augenbewegungsmuster und Vorgängen im Gehirn tatsächlich Zusammenhänge bestehen. Die kann man nicht nur - wie wir es in diesem Zusammenhang tun - dazu nutzen, mehr über die Denkstruturen des Gegenüber zu erfahren. In der sogenannten Wingwave-Methode und anderen Ansätzen der Traumabehandlung wird sogar versucht durch Beeinflussung der Augenbewegungen und aktives Führen der Augenbewegungen die Wirkung traumatischer Erfahrungen zu vermindern oder gar ganz aufzuheben.
Versuche den Bezug zwischen Augenbewegungsmustern und inneren Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozessen wissenschaftlich zu belegen sind bisher fehlgeschlagen. Dies schränkt jedoch die Nutzbarkeit - bei entsprechend vorsichtigem Einsatz - nicht ein. Hätte man in der Geschichte unserer kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung immer gewartet, bis etwas wissenschaftlich nachgewiesen ist, das Menschen nutzten, so wären einige der größten Fortschritte nicht gemacht worden.
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Copyright 1960 by United Feature Syndicate, Inc. (Texte geändert) |
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Zahlreiche zusätzliche Untersuchungen haben schließlich ein Augenbewegungsmuster-Schema ergeben, welches nach Meinung von Bandler und Grinder sogar völlig unabhängig von der kulturellen Herkunft des Menschen seine Gültigkeit besitzt.
Als einzige einschränkende Besonderheit verweisen die Autoren auf unterschiedliches seitenverkehrtes Muster für Rechts- und (echte) Linkshänder.
Mit den Zugangssignalen läßt sich zwar entschlüsseln, wie eine Person denkt, d.h. welche Sinnesmodalitäten beteiligt sind, nicht aber was sie denkt.
Bei der Beobachtung geht es deshalb nicht darum, Spekulationen über den Inhalt anzustellen.
Augenzugangshinweise, sind die Hinweise auf innere Prozesse, die einem Betrachter am leichtesten zugänglich sind. Deshalb beschäftigen wir uns an dieser Stelle ausführlich mit ihnen. |
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Das Schema der Augenbewegungsmuster |
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Rechts |
Links |
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Abkürzungen: Ve = Visuell erinnert, Vk = Visuell konstruiert, Ae = Auditiv erinnert, Ak = Auditiv konstruiert, K =Kinästhetisch, Aid = Auditiv innerer Dialog |
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Bitte beachten: Die Begriffe Links und Rechts sind immer von der handelnden Person aus gesehen. |
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Am einfachsten kann man Erfahrungen mit den Augenzugangshinweisen sammeln, wenn man Menschen Fragen stellt, die eindeutige innere Prozesse auslösen, also Suchprozesse in einem bestimmten Sinnessystem (Repräsentationssystem).
Bei manchen Augenbewegungsmustern wird man feststellen, dass das oben beschriebene System nicht zu funktionieren scheint, weil die Augen sich nicht in die erwartete Richtung bewegen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass das ganze System der Augenzugangshinweise nicht funktioniert, sondern es bedeutet lediglich, dass bei den Befragten zusätzliche oder vorgeschaltete Prozesse ablaufen.
Einige sehr wichtige Ursachen für solche vorgeschalteten Prozesse sind nachfolgend aufgeführt.
1. Auf die Frage:"Erinnere die Stimme Deiner Mutter", sollte man vermuten, dass der Befragte sich auditiv erinnert und sich deshalb die Augen nach links waagrecht bewegen (Auditiv erinnert). Stattdessen gehen die Augen nach links oben (Visuell erinnert). Was kann passiert sein? Damit diese Person sich an die Stimme der Mutter erinnert, muss sie sich zunächst ein Bild der Mutter machen, erst dann kann sie sich auch an die Stimme erinnern!
2. Eine weitere Möglichkeit auf dieselbe Frage wäre z.B. der Augenzugang in den inneren Dialog (links unten), was bedeuten könnte, das diese Person die Fragestellung intern wiederholt, um erst dann in die autitive Erinnerung (Mitte links) zu gehen.
3. Manche Menschen schauen während der Frage und beim inneren Suchprozess auch einfach auf irgendeinen Gegenstand im Raum, sie orientiern sich also nach außen. Dies läßt keine Zuordnung zu einem Repräsentationssystem bei den Augenzugangshinweisen zu.
4. Einige Menschen wiedrum defokussieren, machen ein sogenanntes Pokergesicht. Auch hier kann man nur einen eingeschränkten Zugangshinweis erhalten, und zwar den, dass der andere etwas sieht. Es bleibt jedoch unklar, ob erninnert oder konstruiert.
5. Bei Menschen, die ein bestimmtes Repräsentationssystem unterentwickelt haben oder dort mit großen Ängsten belastet sind, wird of überhaupt kein Zugang möglich sein.
6. Ein Grund kann auch inder Art der Fragestellung liegen. So wird eine Einleitung zu der Frage: "Stell Dir vor, wie es sich anfühlt.....", nicht nur eine kinästhetische Reaktion hervorrufen, sondern zunächst wegen des "Stell Dir vor", auch eine visuelle Suche einleiten.
Das bedeutet für unsere Arbeit mit den Augenzugangshinweisen, dass wir durch exakte Befragung und Beobachtung zusätzliche Informationen über die gewählten Repräsentationssysteme des Gegenübers gewinnen müssen, wie z.B. durch die an anderer Stelle behandelten sprachlichen und die anderen nonverbalen Zugangshinweise. |
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Bevor Sie nun versuchen, in schwierigen Gesprächs- und Verhandlungssituationen Augenbewegungsmuster zu erkennen oder gar zur Verbesserung Ihrer Kommunikation zu verwenden sollten Sie damit in der nachfolgend vorgeschlagenen Reihenfolge üben.
1. Alleine, indem Sie unseren Fragebogen anklicken und sich damit auseinandersetzen welche Fragen auf die einzelen Sinnessysteme zielen und welche Reaktionsmuster daraus wahrscheinlich resultieren. Diese Übung sollten Sie mehrmals wiederholen, um sich sowohl an die Art der Fragen als auch an die Beobachtung der Augenbewegungen zu gewöhnen. Beachten Sie, dass dabei Rechts und Links vertauscht ist.
2. Suchen Sie sich einen Partner mit dem Sie in Ruhe und alleine üben können. Gehen Sie dabei in zwei Stufen vor: Üben Sie zunächst mit den vorformulierten Fragen aus der beigefügten Übung. Sie können diese Fragen hier als PDF-Datei herunterladen oder ausdrucken
3. Beginnen Sie dann selbst Fragen zu überlegen und zwar solche, die mit der aktuellen Person, die Ihnen gegenübersitzt tatsächlich zu tun haben oder mit dieser Person zumindest in einem Zusammenhang stehen könnten. Sie gewöhnen sich damit daran, solche Frage zu stellen in in einer echten Kommunikation unauffällig gestellt werden können, weil sie nicht aus dem Zusammenhang gerissen und abstrakt sind. Was würde Ihr Chef wohl dazu sagen, wenn Sie ihn nach der Haarfarbe seiner Mutter fragen würden, um mehr über seine Hauptrepräsentationssysteme zu erfahren.
4. Gleichzeitig können sie versuchen mehr Abwechslung auch in langeweilige Fernsehprogramme zu bringen, indem Sie auch hierbei nach Augenbewegungsmustern Ausschau halten. Beachten Sie dabei, dass geübte Kommunikatoren, wie z.B. Politiker darauf trainiert sind, Ihre Gesprächspartner oder die Kamera zu fixieren und deshalb von Ihnen selbst auf sehr eindeutige Fragen nicht unbedingt Augenbewegungen zu erwarten sind.
5. Erst dann beginnen Sie - zunächst in unkomplizierten Situationen, bei denen nichts auf dem Spiel steht - auf die Augenbewegungen Ihrer Gegenüber zu achten. Sie werden bemerken, das das zunächst eine schwierige Übung sein kann, weil Sie den Gesprächsfaden nicht verlieren dürfen, gleichzeitig darauf achten müssen, welche Fragen nach welchen Repräsentationssystemen sinnvoll im Gesprächszusammenhang sein können und außerdem darauf achten müssen, welche Reaktion die andere Person zeigt.
Es lohnt sich jedoch in jedem Fall. Selbst wenn Sie aus der Beobachtung der Augenbewegunsmuster keinen direkten Nutzen ziehen können, lernen Sie dabei doch, sich im Gespräch von den Inhalten teilweise zu lösen und Ihr Gegenüber nicht nur mit dem wahrzunehmen was er sagt, sondern vor allem, wie er es sagt, aus welchem Hintergrund heraus, in welcher Stimmung etc. Wie wir an anderer Stelle bereits gesagt haben besteht der größte Teil einer Kommunikation ohnehin aus nonverbalen Anteilen und wer diese wahrnehmen kann, hat einen enormen Vorteil.
Hier gehts zur Übung mit formalen Fragen und deren Lösung
Hier können Sie diese Fragen downloaden oder ausdrucken, um mit anderen Personen zu üben.
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